CDU Gemeindeverband Schutterwald Gemeinsam stark für Sie. Menü

14.10.2018

Vom Abwasser zum klaren Wasser

CDU Schutterwald besichtigte die Verbandskläranlage Neuried-Schutterwald

Wie funktioniert eine Kläranlage? Welcher Aufwand steckt dahinter?
Diese und andere Fragen wurden von Bruno Hahn (Techn. Betriebsleiter) und Daniel Kuderer (Leiter der Anlage) beim anderthalb stündigen Rundgang durch die Anlage ausführlich und sachkundig beantwortet.

Zunächst veranschaulichte Herr Kuderer mit einem kleinen Versuchsaufbau das Reinigungsverfahren der Kläranlage. Danach ging es zu den einzelnen Reinigungsstufen der Kläranlage. Die Teilnehmer erlebten wie das ankommende Schmutzwasser mit Förderschnecken der Rechenanlage zugeführt wird, um dort von Feststoffen befreit zu werden. Dem Lauf des Wassers in der Kläranlage folgend, wurden sie über die Funktionsweise des Fett- und Sandfangs sowie des Vorklärbeckens informiert. Danach verdeutlichte Herr Kuderer, dass Mikroorganismen die Hauptakteure im Reinigungsprozess in den Belebungsbecken und somit die wichtigsten Mitarbeiter des Abwasserverbands seien. Denn sie bauen die im Schmutzwasser enthaltenen Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphorverbindungen ab. Zum Abschluss des Reinigungsprozesses durchfliest das Wasser schließlich langsam zwei Nachklärbecken wo sich die Mikroorganismen als Schlamm absetzen. Dieser wird teilweise aus dem System abgezogen, und dem Faulturm zugeführt um daraus Faulgas zu gewinnen. Damit wird ein Blockheizkraftwerk auf der Anlage zur Strom- und Wärmegewinnung betrieben. Rund 60 Prozent der benötigten Strommenge kann die Anlage somit selbst erzeugen. Der ausgefaulte Schlamm wird entwässert und der Klärschlammverbrennung zugeführt.

Herr Hahn sensibilisierte die Teilnehmer für einige Zusammenhänge. Es war zwar jedem bewusst, dass Essensreste nicht über die Toilette entsorgt werden dürfen, aber die weiteren Erläuterungen machten jedoch nachdenklich. So bereiten dem Abwasserverband die Einleitung von Fett in das Abwasser Probleme. Denn Fett führt  in den Abwasserkanälen immer wieder zu Ablagerungen und Verstopfungen. Im Abwasser besonders problematisch sind Medikamente und Mikroplastik. Beispielsweise sei Mikroplastik in vielen Wasch- und Reinigungsmitteln enthalten. Zudem würden beim Waschen von synthetischer Fleece-Kleidung regelmäßig größere Mengen von Mikrofasern ausgewaschen und gelangen ebenfalls als Mikroplastik ins Abwasser. Diese Bestandteile im Abwasser können auf der Kläranlage jedoch nur in geringen Mengen abgebaut bzw. ausgeschleust werden. Daher gelangen Spuren von Medikamenten sowie Mikroplastik auch mit dem gereinigten Abwasser in die nachfolgenden Gewässer. Es könne sein, dass künftig auf der Verbandskläranlage eine weitere Reinigungsstufe mit Aktivkohlefiltration erforderlich wird, um diese Stoffe nicht mehr in die Bäche und Flüsse gelangen zu lassen.

Sämtliche Teilnehmer zeigten sich von der Leistung der Anlage, sowie den Ausführungen äußerst beeindruckt.